Ich kaufe selten Bücher nach Bestseller-Listen. Vor allem die Sachbücher-Bestseller-Liste finde ich oft uferlos. Viel mehr verschlägt es mich eher in Buchhandlungen - und ich stöbere durch das Angebot. Und kaufe dann meistens mehr Bücher als geplant. Oder Bücher, die ich bereits gelesen habe, weil ich manchmal schon den Überblick verliere. Zu "Tschick" von Wolfgang Herrndorf bin ich auch eher zufällig gekommen. Ich stand vor dem Regal der Bestseller - und habe spontan zugegriffen. Kurz hinten gelesen - und gekauft.
Warum? Nicht weil der Klappentext so sensationell war, sondern die darunterstehende Kritik von Felicitas von Lovenberg von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Sie schreibt: "Auch in fünfzig Jahren wird dies noch ein Roman sein, den wir lesen wollen. Aber besser, man fängt gleich damit an." Klingt doch gut.
Eigentlich gebe ich nicht allzu viel auf Kultur-Kritiken, denn oftmals habe ich eine komplett andere Meinung wie die Autoren. Bei "Tschick" muss ich mich aber Gustav Seibt von der Süddeutschen Zeitung anschließen. "Tschick ist ein Buch, das einen Erwachsenen rundum glücklich macht." Ja, das ist es. Das Warum kann ich gar nicht genau erklären. Zumal die Story ziemlich simpel ist.
Maik Klingenberg ist 15, ein Außenseiter und Langweiler in der Klasse. Seine Eltern sind vogelwild, jeder auf seine Art und Weise. Und dann gibt es Tschick, einen neuen Russen in seiner Klasse. Gemeinsam machen sie sich in den Sommerferien ungeplant auf eine Reise - in einem gestohlenen Auto. Und mit vielen Erlebnissen im Gepäck.
"Tschick" ist ein Roadmovie erster Klasse. Gleichzeitig ist es Wolfgang Herrndorf gelungen, die Sprache der Jugend, in ihren komische, naiven und neunmalklugen Tendenzen zu treffen. "Tschick" lässt einen lachen, mal vor Rührung nachdenken, es erinnert selbst an so manche aberwitzige Jugendsituation und hat auch so manche Lebensweisheit verpackt. "Tschick" versprüht Leichtigkeit - trotz mancher Schwere im Leben. Und das macht es so besonders. Für mich kam "Tschick" zur rechten Zeit. Das Buch hat mich wirklich glücklich gemacht. Warum, das kann ich bis jetzt immer noch nicht genau sagen. Aber womöglich ist das auch egal.
Hat wer von euch das Buch auch schon gelesen? Wie fandet ihr es? Eure Meinungen würden mich interessieren.